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Sarrazin und die Migrations-Debatte
Am Montag, den 6. September 2010

Thilo Sarrazin hat die Debatte um die Integration von muslimischen Migranten in Deutschland wieder entfacht, dies jedoch mit Thesen aus seinem Buch, die für viele nur Polemik und wenig förderlich ist.

Nicht sein Buch „Deutschland schafft sich ab!“, sondern Thilo Sarrazins ausgesprochener Satz „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen“ löste in der Öffentlichkeit eine Welle der Empörung aus. Die Kanzlerin bezeichnete seine Äußerungen als „wenig hilfreich“ und distanzierte sich von ihm. Der SPD-Vorstand zeigte sich wiederum mehr als empört und hat inzwischen das Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin eingeleitet. Auch die Bundesbank entschied sich für eine Entlassung und hat den Bundespräsidenten um eine Abberufung Sarrazins gebeten. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Doch die Diskussion geht weit darüber hinaus, denn im Raum stehen zentrale Fragen um eine Reform der Einwanderungspolitik, um eine gezieltere Förderung integrationsschwacher Migranten wenn es um den Zugang zum Arbeitsmarkt geht als auch um eine bessere Förderung in Sachen Bildung. In Deutschland haben 20 Prozent der Einwohner einen sogenannten Migrationshintergrund, diese werden in den Statistiken immer wieder differenziert aufgeführt und weisen unterschiedliche Integrationserfolge nach. Massive Integrationsmängel sind laut Statistik vor allem bei Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien, Afrika und aus der Türkei festzustellen. Aber welche Schlüsse müssen aus diesen Erkenntnissen gezogen werden? Die Politik muss sich die Frage gefallen lassen, warum eine Integrationsdebatte immer nur dann so zentral geführt wird, wenn ein polemisierender Sarrazin sich äußert. Denn die Frage, ob Herr Sarrazin ein Rassist ist oder nicht scheint hier zweitrangig. Die weiterführende Frage ist: wie kann man die Integration derjenigen Migranten stärken, die seit vielen Jahren in einer Parallelgesellschaft leben und wie kann andererseits auch künftig die Zuwanderung geregelt werden? Es erwartet sie eine spannende Diskussion mit Moderator Rüdiger Oppers und seinen Gästen Matthias Kietzmann (FOCUS), Marco Vollmar (Deutsche Welle), Till Stoldt (Welt am Sonntag) und Sandro Schmidt (Kölnische Rundschau). Der NRW Pressetreff findet immer montags von 20 bis 21 Uhr statt.
veröffentlicht am 02.09.10
 
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